4. Stuttgarter Netzwerktreffen Sozialstunden
Was einst als Idee begann, ist inzwischen zu einem festen Bestandteil der Stuttgarter Netzwerkarbeit geworden: Beim 4. Stuttgarter Netzwerktreffen Sozialstunden kamen erneut zahlreiche Akteur*innen aus Jugendhilfe, sozialen Einrichtungen und Justiz zusammen, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und neue Impulse für die gemeinsame Arbeit zu setzen.
Etwas kleiner als beim letzten Treffen, aber nicht minder engagiert, trafen sich ca. 50 Personen aus 12 Organisationen zu einem offenen und lebendigen Austausch. Die Teilnehmenden brachten vielfältige Perspektiven ein und setzten damit ein deutliches Zeichen für den fortlaufenden Dialog und die gemeinsame Weiterentwicklung des Netzwerks.
Ein Schwerpunkt lag auf der Vorstellung der Ergebnisse der Anbieterbefragung, die beim vorherigen Netzwerktreffen initiiert worden war. Anschließend widmeten sich die Teilnehmenden in einer Gruppenarbeitsphase nach der Methode der „Zukunftswerkstatt“ der Frage, wie eine ideale Zusammenarbeit zwischen den Einsatzstellen für Sozialstunden aussehen kann.
Dabei kristallisierten sich zentrale Themen heraus:
- Stärkere Vernetzung im Sozialraum,
- intensivere Kommunikation und Kooperation zwischen den Akteur*innen,
- sowie die Initiierung regelmäßiger Treffen von Einsatzstellen, JuHis und PräventSozial.
Das gemeinsame Ziel: Jugendliche und junge Erwachsene bei der Ableistung ihrer Sozialstunden bestmöglich zu unterstützen – durch koordinierte Strukturen, kurze Wege und gegenseitige Begleitung.
Für besonderen Erkenntnisgewinn sorgte der Inputvortrag von Herrn Dr. Wolfgang Stelly, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kriminologie der Universität Tübingen sowie im Kriminologischen Dienst Baden-Württemberg im Jugendstrafvollzug der JVA Adelsheim. In seinem lebendig gestalteten Beitrag beleuchtete er Jugendkriminalität aus kriminologischer Perspektive und zeigte auf, worauf deviantes Verhalten beruht, welche Delikte am häufigsten vorkommen und wie Faktoren wie Migrationshintergrund und Männlichkeit dabei zu betrachten sind. Seine zentrale Botschaft: „Entdramatisieren“ – Jugendkriminalität verstehen, einordnen und sachlich begegnen statt übermäßig problematisieren.
Zum Abschluss geht ein herzlicher Dank an Herrn Dr. Stelly für seinen informativen und inspirierenden Vortrag, an die Kolleg*innen der Jugendgerichtshilfe für ihre engagierte Organisation und an das Jugendhaus Cann, das mit seiner offenen Atmosphäre erneut den passenden Rahmen für das Netzwerktreffen bot.
News & Aktuelles
Interessante Neuigkeiten rund um die Einrichtungen,
Projekte und Veranstaltungen der stjg